Das wars nun, die Blase ist geplatzt. Das hörte man sinngemäß gestern an jeder Ecke. Nahezu alles und jeder berichtet aktuell über den Bitcoin Crash. Diesmal war es allerdings auch besonders heftig, denn immerhin waren wir gestern Nachmittag bis auf rund 355 MRD $ Marktcap runter und damit auf dem Stand von Anfang Dezember 2017. Wenn man bedenkt, dass wir Anfang Januar, also vor gerade einmal einem Monat noch auf über 800 MRD $ Cap waren ist das schon eine ordentliche Korrektur. Aber eben genau das ist es aktuell noch, eine Korrektur. Charttechnisch befinden wir uns noch im Plan. Erst wenn die 7800$ beim BTC nicht halten und er auf 6-5000$ runter gehen sollte, kann man wirklich von einem Crash sprechen. Also Füße still halten und nicht aus falscher Panik verkaufen. Der Vorherige Anstieg auf die 800 MRD $ war einfach viel zu schnell und emotionsgetrieben. Da musste einfach eine Korrektur kommen. Und nach einem so rasanten Anstieg, fällt diese dann eben auch ein wenig drastischer aus. Dazu dann noch die unzähligen negativen Nachrichten der letzten Tage, allen voran die Berichterstattung rund um Tether und Bitfinex tun dann ihr Übriges. Wie schon öfter beschrieben, setzt dann irgendwann die Abwärtsspirale ein und die „Weak Hands“ verkaufen schnell aus Panik alles zu verlieren.
Seit gestern Nacht scheint sich der Markt allerdings wieder gefangen zu haben. 7900-8000$ ist also anscheinend vorerst der Boden bei Bitcoin. Dort ist er nämlich abgeprallt und stiegt seit dem wieder. Wirklich übern Berg sind wir aber erst wenn die 10.000$ geschafft und gehalten werden. Solange ist es durchaus noch möglich, dass es wieder runter rauscht, wenn auch unwahrscheinlich. Das er tatsächlich unter die 7800$ Marke fällt, glaube ich persönlich nicht. Falls doch, wäre dann das nächste Ziel wohl tatsächlich die 6000$, oder sogar 5000$. Aber wie immer, alles nur Spekulation. Niemand kann es vorhersehen, man kann nur versuchen die Zeichen zu deuten.

Nun aber genug vom Platzen der Blase, Crash und Kursverlusten. Wie ich im letzten Tagebucheintrag geschrieben habe, wollte ich beim WePower ICO mit machen. Dieser lief am 1.2. auch planmäßig und ohne große Zwischenfälle. Ich bin also mit meinen 0.2ETH eingestiegen. Als nach 5h das 0.2ETH Cap aufgehoben wurde, hat es keine 2 Minuten gedauert bis die restlichen paar Tausend ETH eingesammelt wurden. Deshalb war das geringe CAP in den ersten 5 Stunden wohl gar keine so schlechte Idee, denn so konnten zumindest alle die wollten teilnehmen, wenn auch nur mit einer kleinen Summe. Besser als wenn wenige Wale es unter sich aufgeteilt hätten.
Am selben Tag lief auf auch der ICO von Medicalchain, bei dem ich auch einsteigen wollte. Leider war dort die Organisation sehr schlecht. Es fing damit an, dass Medicalchain den Telegram Channel nicht gemutet hat, sodass dort zum Zeitpunkt des ICO Starts alles voller Scammer und Bots war. Zwischenzeitlich kamen mehrere 100 Nachrichten pro Sekunde rein und alles war völlig durcheinander. Bei knapp 50.000 Mitgliedern im Channel aber auch nicht weiter verwunderlich. Bei WePower wurde der Channel deswegen zum ICO gemutet, was definitiv die bessere Lösung ist. Das alleine wäre allerdings nicht das Problem gewesen. Das eigentlich Problem war, dass sich das Team von Medicalchain dazu entschlossen hat die KYCs (Know Your Customer) zum Zeitpunkt des ICOs durchzuführen. Zum Zeitpunkt des ICOs konnte man also erst seine KYC Dokumente hochladen, diese wurden dann manuell geprüft und erst danach konnte man teilnehmen. Das Hochladen gestaltete sich dabei etwas schwierig, da man vom System binnen weniger Sekunden wieder ausgeloggt wurde und jedes Mal die Dokumente neu hochladen musste. Die Leute mit langsamen Internetleitungen hatten also von vorne herein schon verloren. Das ganze System hat dann leider dazu geführt, dass man viele Stunden damit verbracht hat, auf die KYC Bestätigung zu warten und sehr sehr viele Leute, inklusive mir am Ende nur die Nachricht erhielten, dass der ICO ausverkauft sei und das wars.
Na, wer konnte auch ahnen, dass die manuelle Bearbeitung von mehreren 10.000 KYCs nicht innerhalb von ein paar Minuten abgeschlossen ist?… Am Ende machte es sehr den Eindruck, als wenn man sich absichtlich die Leute mit hohen Invests rausgesucht hat, um die sich die Arbeit zu erleichtern und schneller mit dem ICO durch zu sein. Transparent war das jedenfalls nicht und die Informationspolitik während dessen kann auch nur als schlecht bezeichnet werden. Lange Zeit hat man einfach gar nichts gehört und irgendwann kam dann die Meldung, dass die KYCs bearbeitet werden und man bitte Geduld haben soll. Einen Zwischenstand über die eingesammelte Summe oder die bearbeiteten KYCs gabs nicht. Sehr viele werden also sinnlos stundenlang vor dem PC verbracht haben, in der Hoffnung, dass sie gleich investieren können. Die Kommentare auf Twitter und anderen sozialen Medien waren entsprechend und spiegelten den Frust der Leute gut wieder.







Warum man sich bei Medicalchain für diesen Weg entschieden hat, erschließt sich mir bis heute nicht. Da wäre selbst die übliche GAS Schlacht noch transparenter gewesen und hätte im Ergebnis wahrscheinlich auch dieselben Leute bevorzugt. Nur, dass alle Anderen dann nicht sinnlos hätten stundenlang warten müssen. Ich kann nur hoffen, dass sich andere Firmen daran kein Beispiel nehmen und ihre ICOs besser organisieren. Nach dem TheKey Desaster war das jedenfalls einer meiner schlimmsten ICOs bisher. Deswegen bin ich auch nicht wirklich traurig, dass ich nicht rein gekommen bin, obwohl ich wenige Sekunden nach Eröffnung meine KYC Dokumente hochgeladen hatte. Was mir nur etwas bitter aufstößt ist, dass ich meine Dokumente nun dieser Firma für nichts zur Verfügung gestellt habe.
Der Vorteil an der Sache ist, ich habe nun mehr ETH für den ArcBlock ICO heute Nacht übrig. Dort ist das individuelle Cap mit max. 3 ETH auch etwas höher und die werde ich dann wohl auch ausreizen.
Mal gucken wie dieser ICO dann verläuft, ich werde berichten.