Da mir nun klar war, dass ich zwar über Kraken deutlich günstiger an meine Coins komme, aber auch da Fallstricke lauern, informierte ich mich die letzten Tage intensiv über Charttechnik, Börsen, Trading und die entsprechenden Begrifflichkeiten. Dabei musste ich schmerzlich feststellen, dass ich alle meine Coins nahezu an ihrem Höchstpunkt (ATH) gekauft hatte. Das sieht man natürlich nur, wenn man sich vorher auch mal die Charts der Coins über die gesamte Dauer anschaut. Sehr hilfreich ist hier die Seite Coinmarketcap.com. Klickt man dort auf einen Coin, kann man sich den Chart über verschiedene Zeitspannen, unter Anderem auch „all“ anzeigen lassen und somit genau sehen, wie der aktuelle Kurs in Relation zur Vergangenheit steht. Auch ist mir aufgefallen, dass Kraken.com mittlerweile ein eigenes Tradinginterface hat, welches sehr viel übersichtlicher das Orderbuch und die Charts darstellt als auf Kraken.com selbst. Ihr erreicht das über trade.kraken.com. Über den Connect Button rechts, könnt ihr euch dann in euren Kraken Account einloggen und danach eure Order direkt über trade.Kraken.com erstellen, während ihr links das Orderbuch und den aktuellen Chart seht. Einen Coin am ATH (All-Time-High) also seinem bisherigen Höchststand zu kaufen ist meistens keine all zu gute Idee, denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs früher oder später wieder fällt, ist sehr hoch. Ich kenne jedenfalls bisher keinen Coin, welcher ohne Korrekturen in einer Linie nach oben gegangen wäre. Es gibt immer wieder kleinere und größere Rücksetzer. Wenn man am Höchststand einkauft, hat man nämlich das Problem, dass man einen Coin unter Umständen sehr lange halten muss, um ihn wieder gewinnbringend verkaufen zu können. Fällt der Kurs nach dem ATH nämlich wieder, dauert es nicht selten recht lange, bis er diesen Punkt wieder erreicht und selbst wenn er das tut, hättet ihr ja dann noch immer keinen Gewinn. Er muss ja schon über sein letztes ATH steigen, damit ihr Gewinn erzielt. Zum Einen ist das eine echte Geduldsprobe, denn wenn man täglich sieht wie sein Portfolio* runter geht, ist das kein schöner Anblick und je tiefer es geht, desto mehr zweifelt man daran, dass es wieder auf den ursprünglichen Stand hoch geht. Da kommt man dann schnell in Versuchung mit Verlust zu verkaufen, um nicht noch mehr Verlust hinnehmen zu müssen. Zum Anderen ist das Kapital in diesem Coin in der Zeit gebunden, wenn man den zwangsweise halten muss, nur um keinen Verlust zu machen. Aber apropos Portfolio. Um den Überblick über seine Investitionen, Coins und Trades zu behalten gibt es die extrem hilfreiche Seite: Cointracking.info*. Hier kann man über Börsenimports all seine Trades automatisch einlesen oder auch von Hand eingeben. So hat man immer alles auf einen Blick und sieht sofort anhand des Abgleich mit den aktuellen Kursen, ob man im Minus oder im Plus ist. Die ersten 200 Trades sind kostenlos, aber hier lohnt sich wirklich auch die kostenpflichtige Version. Allein die Funktion über APIs die Trades auf den Börsen automatisch erfassen zu lassen und einen Steuerbericht fürs Finanzamt generieren zu können ist das Geld mehr als wert. Wer also wirklich mit Kryptowährungen handeln will, dem kann ich Cointracking.info sehr empfehlen. Hier habe ich Cointracking noch einmal etwas ausführlicher beschrieben.

Wer einfach nur einmal investieren möchte und sich dann jahrelang nicht mehr mit Coins oder Handel beschäftigen will, für den ist das alles natürlich ziemlich egal. Auch die Regel nach Möglichkeit nicht am ATH zu kaufen, ist dann hinfällig. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es äußerst schwierig ist, denn man ist einfach neugierig, wie sich der Kurs so entwickelt und wie es um das eigene Investment steht. Da ist die Versuchung groß, mal Gewinne auszuzahlen, neue Coins zu kaufen, andere zu verkaufen und schwupps ist man schon mittendrin im Handel 😉

Seit ich Coins gekauft habe, ist der Markt stetig geschrumpft. Aktuell gibt es eine extreme Talfahrt mit täglich 2 stelligen prozentualen Kursverlusten bei allen Coins. Die Unsicherheit wegen des kommenden Hardforks beim Bitcoin ist riesig und es gibt einige Stimmen, die den Untergang der Kryptowährungen voraussagen. Ich bin zwar noch nicht all zu lange dabei, aber ich weiß, dass es die sowieso immer gibt und gebe daher nichts drauf. Was mich allerdings dennoch ein wenig schmerzt ist die Erkenntnis, dass ich Ende Juni anscheinend einfach zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt eingestiegen bin. Hätte ich heute erst meine Coins gekauft, hätte ich bei vielen in etwa die doppelte Anzahl bekommen. Mein ganzes Portfolio ist demnach auch gut im Minus. Ihr erinnert euch, ich hatte 2000€ investiert. Laut Cointracking sind das aktuell noch 600€, also Minus 1400€. Das ist hart mit anzusehen. Aber ich glaube fest daran, dass der Markt sich wieder erholen wird und behalte somit alle meine Coins und warte ab.

Erkenntnis 1: Genaues angucken der Charts über einen längeren Zeitraum verhindert den Kauf an ungünstigen Höchstpunkten

Erkenntnis 2: Wer aktiv handeln will, sollte sich wenigstens rudimentär mit Charts beschäftigen und zumindest wissen was ein Candlestick Chart aussagt, welche Orderarten es gibt und auf welche Signale man achten sollte.

Erkenntnis 3: Es gibt in unregelmäßigen Abständen immer wieder die Meldungen, dass der Kryptomarkt stirbt und alles nur eine große Blase ist. Davon einfach nicht verrückt machen lassen und am besten ignorieren.